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Willkommen im Land der Tiger & Tees – Ni Hao!

15.12.2011 | Mag. Sabine Wirtnik, 5 Beiträge

Vor Kurzem machten sich Herr Feldbusch und Mitarbeiter aus dem Qualitätsmanagement auf den weiten Weg nach China, um die Lieferanten und Teegärten, von denen MILFORD einen Großteil der Grüntees bezieht, zu besuchen – Geschäftsbesuche, bei denen Produktions-und Qualitätsstandards geprüft und beurteilt wurden. Das Team landete in Guangzhou, einer Großstadt im Süden Chinas mit über 10 Millionen Einwohnern. James, ein Mitarbeiter des chinesischen Lieferanten, nimmt das Team am Flughafen in Empfang.

Hier der Reisebericht, geschildert von Herrn Feldbusch, unseren MILFORD Teataster.

Hinter Gittern fahren wir mit dem Taxi zum Hotel – die Rücksitzbank ist von den Vordersitzen durch ein Metallgeflecht getrennt, ein befremdliches Gefühl.
Das erste Abendessen – ein kleiner Schock. Natürlich ist bekannt, dass in China alles gegessen wird, was vier Beine hat – ausgenommen Tische und Stühle – aber dies auf einer Speisekarte zu sehen, lässt mich doch um Fassung ringen. Schildkröten, Frösche, Hühner-, Enten- und Schweinefüße… Am Nachbartisch wird gerade genüsslich ein Hahn mit Kopf und Kamm verspeist. Zum Glück wählt James etwas aus, was dem europäischen Gaumen nicht fremd ist: eine Reispfanne mit gedünstetem Gemüse. Dazu gegarten Fisch mitsamt Kopf und kunterbunter Geräuschkulisse – Reden, Schmatzen, Schlürfen und Anderes. Berufsbedingt schlürfe ich auch gerne, aber diese Laute hatte ich noch nie zuvor gehört. Geschmeckt hat es übrigens hervorragend. Das Abenteuer geht weiter: Bei dem zweistündigen Inlandsflug von Guangzhou nach Kunming, der Hauptstadt von Yunnan, sind wir die einzigen westlichen Mitreisenden und haben die volle Aufmerksamkeit der Chinesen. Nach der Landung in der 8-Millionen-Metropole geht es mit dem Auto direkt weiter in die Teeanbaugebiete. Mit dabei: Weimin und James – unsere beiden Teeagenten – und wir.
Schnell haben wir die Großstadt hinter uns gelassen und erreichen die grüne Natur. Mit Kiefern bewaldete Berge und kleine Ortschaften mit Palmen in den Hausgärten. In der kleinen Stadt Xiangyun machen wir Mittagspause. Auf dem Tisch eine große Tonschüssel mit zwei Fischen, die uns noch anlächeln, dazu ein Gaskocher in der Mitte des Tisches. 15 Minuten später greifen wir mit Fingern und Stäbchen zu und lassen es uns schmecken. Nach insgesamt sechs Stunden Fahrt sind wir auf 2000 Metern Höhe angekommen. Die Berge werden immer größer, die Orte kleiner, auf der „Autobahn“ fahren Eselkarren und eilen Menschen entlang. Mitten in den Bergen, zwischen Teefeldern liegt der Ort Fengqing. Hier wollen wir die erste Teefabrik besuchen und auditieren. In dieser Fabrik werden Grüntees und Schwarztees hergestellt. Nach einem freundlichen Empfang prüft unser Qualitätsteam im Rahmen des Audits die Dokumente, nimmt die Sicherheits- und Hygienevorkehrungen genau unter die Lupe, während ich die Teequalitäten verkoste. Die Maschinen und das Gebäude sehen alt aus, doch die Produktionsabläufe funktionieren einwandfrei. Und auch der Tee ist ein Genuss. Am Morgen darauf geht es nach dem „Frühstück“ mit Suppe, Reis, Gemüse und Fleisch weiter zum nächsten Teegarten.

Nach zweistündiger Fahrt werden wir in Changning herzlich empfangen und dürfen die Fabrik genau begutachten. Wir sind von der modernen und sehr sauberen Teeproduktion begeistert. Der Manager ist stolz und zeigt uns jeden Winkel der Fabrik. Auch hier werden wieder Grün- und Schwarztees hergestellt. Während sich Guido Rühe im Anschluss an die Besichtigung um die Dokumente kümmert, verkoste ich mit den Tea Tastern in Miniatur-Porzellan-Schälchen verschiedene Teequalitäten. Für die zum Teil sehr jungen Tea Taster ist es ein ungewöhnliches Bild, dass ein Mann mit fast 2m auch als Tea Taster wie sie arbeitet.
Der nächste Tag – wir fahren ca. vier Stunden nach Dali. In der Stadt, die für gepressten Tee berühmt ist, besuchen wir eine Produktion für gepressten Pu Erh Tee. Die Provinz Yunnan ist weltweit für ihre Pu Erh Tees bekannt. Das besondere an diesen Tees ist, dass sie auf eine spezielle Art bei niedrigen Temperaturen fermentiert werden. Traditionell wird der Tee dann teilweise noch gepresst. Am bekanntesten sind Teeziegel und kleine Halbkugeln, die an Vogelnester erinnern. Nach einer interessanten Fabrikführung sind wir eingeladen, an einer chinesischen Teezeremonie teilzunehmen, die im angeschlossenen Teemuseum stattfindet.
Im Anschluss bringt uns eine etwa fünfstündige Autofahrt – vorbei an Teebüschen und Reisfeldern – zurück in die Großstadt Kunming. In dem Büro unseres Lieferanten finden verschiedene Meetings statt, in denen noch einmal über die Audits, Erntemengen, Abnahmemengen der OTG, Preise, soziale Verantwortung etc. gesprochen wird.
Da jede Reise einmal zu Ende ist, müssen auch wir uns nun von China verabschieden. Dem Land mit Jahrtausende alten Traditionen, einer langen, bewegten Geschichte und viel, viel Tee.

Kategorie: Wissenswertes Milford Blog Teegenuss, Tags: china grüner tee schwarzer tee puerh tee

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